Teil 4


Auf eine Eheschließung fielen Geburten:
1677 – 1701 = 18 : 107 = 5,94
1702 – 1726 = 24 : 137 = 5,71
1727 – 1751 = 42 : 182 = 4,33
1752 – 1776 = 52 : 231 = 4,44
1777 – 1801 = 60 : 301 = 5,02
1802 – 1826 = 45 : 319 = 7,09
1827 – 1851 = 76 : 468 = 6,15
1852 – 1876 = 99 : 463 = 4,67
1877 – 1901 = 96 : 481 = 5,01
1902 – 1916 = 60 : 288 = 4,80
Durchschnitt: 572 : 2977 = 5,20
Die höchste Geburtszahl von 33 wurde 1893 und die höchste Sterbezahl von je 26 in 1758 mit einer Kinderblatternepedemie und im Hunger und Teurungsjahr 1847 erreicht. An der Ruhr starben 1857 13 und 1873 3 Personen. Von 1740 bis Frühjahr 1879 sind 1160 Personen gestorben und auf dem alten Kirchhof um die Kapelle begraben worden. Da ungefähr für 125 – 150 Gräber Raum vorhanden war, mußte also eine Umgrabung stattfinden:
1740 – 1765 bei 162 Verstorbenen etwa in 23 Jahren
1766 – 1790 bei 188 Verstorbenen etwa in 20 Jahren
1791 – 1815 bei 193 Verstorbenen etwa in 18 Jahren
1816 – 1840 bei 215 Verstorbenen etwa in 16 Jahren
1841 – 1865 bei 249 Verstorbenen etwa in 14 - 15 Jahren
1866 – 1879 bei 153 Verstorbenen
Nun wurde Ende der 60er Jahre der sogenannte kleine Kirchhof hinzu gekauft und 1879 der jetzige Friedhof unter dem Dorfe angelegt. Von den Verstorbenen hatte der am 21.3.1681 geborene und am 23.2.1775 verstorbene Val. Pott in Betzelshaus ein Alter von 93 Jahren 11 Monaten und 2 Tagen erreicht. Es dauerte 137 Jahre bis wieder einer dieses Alter erreichte, es war dies der am 12.8.1912 im Alter von 93 Jahren 8 Monaten und 18 Tagen verstorbene J. Gg. Lauber im Gründchen. Von 1740 bis 1916 sind in Wunderthausen 2637 Personen geboren und 1519 gestorben, was einen Überschuß von 1118 Personen ergibt. Da aber nur 568 Einwohner vorhanden sind, müssen 550 oder jährlich durchschnittlich 3 Personen abgewandert sein.

Neue Namen kamen nach Wunderthausen:
1703 Riedesel von Girkhausen in Gontermannshaus
1712 Weller von Girkhausen in Weymershaus
1723 Ruppert von Breidenbach in Wetzels, Mörchen in die Mühle
1725 Delcurt in Franzosehaus
1727 Knebel aus Berghausen in Schwarze (war schon seit 1711 Schäfer im Dorf)
1729 Kümmel aus dem Siegerland? in das Altehaus
1730 Wetter von Schüllar auf dem Platz
1734 Haase in Haasehaus
1766 Althaus von Girkhausen in Haasehaus
1776 Fuchs von Schüllar in Seimes und Stark in Jochems
1780 Scheerer von Berghausen (hat Scheerershaus gebaut)
1783 Schneider von Hattum bei Hilchenbach ins Altehaus
1791 Kroh von Homrighausen in Lotzes
1796 Müsse in Jochemshaus
1800 Treude in Franzose
1804 Benfer in Försters hinter der Huthe und Bernhard in Schusters
1806 Schmidt und 1810 Frank, 1833 Lache von Battenberg usw.
Als besondere Vorfälle sind noch zu erwähnen:
Am 15.11.1754 starb J. Gg. Johs. Dienst in Linde hinterbliebener blinder Sohn, 26 ½ Jahre alt.
Am 7.2.1755 sind bei ihrer Rückkehr von Hallenberg im tiefen Schnee umgekommen und am 11. miteinander begraben worden:
J. Hr. Chr. Wageners Sohn (Jochems) 40 Jahre 1 Monat 10 Tage alt
Gg. Gabr. Trapp am Berge 18 Jahre 11 Monate alt
J. Gg. Delcurt 14 Jahre 7 Monate 27 Tage alt
Johs. Homrighausen (neuebrücke) 16 Jahre 11 Monate alt
Am 8.8.1771 ist vom Gewitter auf dem Hessen-Darmst. Teretorium erschlagen und am 11 auf hochgräfl. Erlaubnis begraben A. Margr. Riedesel Gontermanns 46-2-22 alt
Am 4.1.1772 ist auf dem Wege von Hallenberg totgefroren und am 7. begraben El. G. des Beis. J. Hr. Konrads Tochter 10-10.20 alt.
Am 27.2.1803 Morgens gegen neun Uhr ertrank im flutenden Bach, welcher durch Wunderthausen fließt, Marie Amalie, des zeitigen Schulmeisters Gabr. Trapp vor der Huthe Tochter und wurde am 3. März beerdigt, 12 Jahre und 22 Tage alt.
Am 16.1.1812 starb im Kriegslazarett zu Stettin Johs. Riedesel aus Weymershaus, grossh. Hess. Musketier, 24 Jahre 6 Monate 22 Tage alt. Ferner soll noch ein Delcourt aus Franzosehaus ein Opfer des Napoleonschen Winterfeldzuges in Rußland bezw. der Befreiungskriege gewesen sein, während im Nachbardorf Diedenshausen 11 Mann auf der Strecke geblieben sein sollen. Die Völkerschlacht bei Leipzig sollen drei Gemeindeglieder und zwar Gabr. Wetter auf dem Platz, Gabr. Kroh aus Lotzes und Franz Knoche aus Seilers mitgemacht und heil zurückgekehrt sein. Von diesen ist Gabr. Wetter in den 40er Jahren mit Familie nach Amerika gemacht, Gabr. Kroh starb 1853 in Neuhäusers 60 Jahre alt und Franz Knoche starb 1856 in Fränzches im Alter von 66 Jahren. Als 4 Kämpfer in den Befreiungskriegen war der auf Hoheleye geborene J. Hr. Lauber in Beitzelshaus schon im Alter von 17 Jahren zum Kriegsdienst auf französischer Seite gezwungen worden und in der Schlacht bei Lützen am Fuß verwundet. Danach mußte er noch seine 3 Jahre in preussischen Diensten ableisten, wobei er aber gleich zum Uffz. gemacht wurde. Er hat mit der Kriegszeit im Ganzen 7 Jahre gedient und starb 1871 im Alter von 76 ½ Jahren. Im Kriege 1864 und 66 sind keine Verluste oder Verwundungen vorgekommen, so weit mir bekannt, war Gg. Weller Försters, Frz. Bernhard Schneidemühle, L. Riedesel Franzose und Hr. Strackbein, Langes eingezogen. 1870 waren 16 Kriegsteilnehmer in der Gemeinde und zwar: 1. Hr. Benfer Ludwigs, 2. Ludw. Riedesel Kurts, 3. Ludw. Knoche Hasehanjörges, 4. Johs. Strackbein Kellers, 5. Ludw. Riedesel Franzose, 6. Hr. Homrighausen Linde, 7. J. Gg. Riedesel Gartenseimes, 8. Gg. Weller Försters, 9. Hr. Schneider Hanphilipps, 10. J. Gg. Althaus Meyers, 11. Franz Bernhard Schneidemühle, 12. L. Homrighausen Brückeschneiders, 13. Gg. Riedesel Weiße, 14. Johs. Riedesel Kirchenstumph, 15. Hr. und 16. Ludw. Strackbein Langes. Von diesen wurde Nr. 1 auf Vorposten durch Halsschuß getötet, Nr. 2 durch Armschuß und Nr. 3 durch Granatsplitter- Streifschuß an der Schläfe verwundet.


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