Aus Knoches Familienchronik

Folgendes ist aus der Familienchronik Knoche. Die Familiensachen habe ich nicht abgetippt. Bei 3 x konnte ich das Wort nicht lesen oder eine kleine handschriftliche Notiz in deutscher Schrift war nicht zu entziffern. Ansonsten ist alles original wie in der Chronik. Manche Wörter gehören anscheinend zu einem früheren Sprachgebrauch und sind teilweise auch nicht in Büchern nachlesbar, aber das kommt nicht oft vor. Anmerkungen von Wolfgang Sonneborn sind in *** gefaßt. Der Schreiber ist ein Onkel meines Großvaters. Da diese Chronik bis 1920 verfaßt wurde, gibt es heute bereits über einige Punkte neue Erkenntnisse, ich habe aber an dem folgenden Text keine Änderungen vorgenommen. Wenn unten von "ich" die Rede ist, so ist dies nicht von mir (hört sich gut an). Es folgt ab hier das Original:

Familien Chronik mit einleitender Übersicht der Geschichte der Familie Knoche und ihres Wohnortes Wunderthausen. Aufgestellt von Straßenmeister Knoche, Berleburg. 1916 – 1920.

Einige Aufzeichnungen aus der Geschichte des Dorfes Wunderthausen, dem Stammort der "Knoche" daselbst.

Die Ortschaften im Wittgensteiner Land, die mit "hausen" enden, sollen nach dem 6. Jahrhundert entstanden sein. Wunderthausen gehört nach der Eigenart seines Namens wohl zu den älteren Orten. Nach dem 4. Abschnitt in "Herbers Beiträgen zur Geschichte Wittgensteins", sind die Dörfer Girkhausen, Wunderthausen und Diedenshausen sehr alt, während nach dem 12. Abschnitt Wemlighausen sich erst etwa 1523 zum Ort, der anfänglich aus 5 Bauernhöfen bestand, entwickelt habe. Um 1510 soll Wemlighausen kein Haus, Birkenfeld (jetzt Birkenfehl) keins, Rohrbach keins, Melbach keins, Markhausen keins u. Hemschlar eins, Rinthe eins, Berghausen 8 – 10 Häuser gehabt haben.

Nach Paul Schwan, Gesch. der ehemaligen Ritterschaft zu Diedenshausen, bestand Wunderthausen 1502 aus 10 Bauernstellen (Diedenshausen aus 7, Girkhausen aus 12) u. wurde um 1508 zugleich mit Diedenshausen vom Grafen Kersch ***Rabe von Dersch*** zu Battenfeld mit Bewohnern des Diedensberges bei Battenfeld neu besiedelt, weil beide Dörfer (anscheinend an der Pest, efr. Hinsbergs "Aus Berleburgs alten Kirchenbüchern Seite 19 usw.") ausgestorben waren.

Jedenfalls bis nach dem 30 jährigen Kriege war dann eine Teilung der Bauernstellen von 10 auf 20 vorgenommen worden. Nach einem Schreiben des Erzbischofs von Mainz vom 21.1.1303 wird der Ort "Wanderdehiusen" u. nach einer Übersicht der Wittgensteiner Ortschaften in Winkels "Aus dem Leben Grf. Casimirs" Wonnerdeshusen genannt. Im Dorfe geht die Sage, der Ort habe zuerst in der Weife bei Hallenberg gestanden. Ob dies wirklich der Fall gewesen u. wann die Übersiedlung der jetzigen Stelle stattgefunden hat, ist bisher nicht festgestellt worden.

Wie Winkel nach Lachmeyers Chronik erzählt, haben um 1346 die Ritter von Diedenshausen, denen auch Wunderthausen gehörte, noch den Burgsitz von Hallenberg nach dem Aussterben der dortigen Ritter hinzubekommen und bis etwa 1473 besessen. Danach verteilte sich der Diedenshäuser Besitz auf sieben hinterlassene Töchter bezw. deren Ehemänner, deren einer ein "von Winter" war. 1503 verkauft Reinh. Winters Ww. und ihr Sohn Ludwig zu Hallenberg ihren Anteil Gerechtigkeit zu Wonerderhusen und auf der Nore an Pastor Konrad Jude zu Rodena für 27 ¼ Gulden. 1508 bekennt Ludwig Winter, daß er von Heinrich von Ders noch 13 Gulden auf seinen versetzten Zehntteil zu Wonderdehusen erhalten habe. 1557 verkauften Konrad Winter zu Marburg und 1563 Konrad der jüngere zu Dreislar ihren Anteil Gerechtigkeit zu Wunderthausen an den Grafen zu Wittgenstein für 250 Taler bezw. 300 Thaler.

Nach Göbel gehörte Wunderthausen von 1488 ***um 1488 lag Wunderthausen wüst*** an zur Pfarrei Girkhausen, während es vorher und nochmal auf Veranlassung der Familie Winter von 1527 – 1578 nach Bromskirchen gehörte. Wenn man nun annimmt, daß die genannten verkauften Gerechtigkeiten zu Wunderthausen den heute vorhandenen über 600 ha großen, in der Feldmark, fürstlichen Gutsbezirk darstellen und die übrigen 791 ha, von denen der Fürst inzwischen noch 90 ha aufgekauft hat, den ersten 10 Bauern gehört habe, dann würde also jeder 316 Morgen und nach der Teilung 158 Morgen besessen haben. Dazu kamen dann noch die beträchtlichen Flächen auf dem hessischen, so das jeder 4 – 500 bezw. 200 – 250 Morgen Besitztum gehabt haben mag, wovon allerdings die Hauptfläche Ausland war. Die nach dem 30jährigen Kriege vorhandenen Bauern, die sogenannten Altbauern, haben bis in die neuere Zeit besondere Rechte in der Gesamtgemeinde besessen. So z.B. haben dieselben das "Heiligenholz", das der Graf Kersch ***Rabe von Dersch*** bei der Neubesiedlung den Bewohnern als Lehen überlassen hatte, allein benutzt und unlängst unter sich aufgeteilt.

Auch wird gesagt, daß sie, als im Jahre 1811 nach über 100jährigem Prozeß mit der Stadt Hallenberg der 800 Morgen große Streitwald zugewiesen wurde, anfänglich als alleinige Eigentümer gelten wollten. Als dann aber im Verlaufe der Prozesse die Hallenberger beantragt hatten, die Waldfläche nach der Zahl der Berechtigten Glieder in jeder Gemeinde zu verteilen, sind alle damals vorhandenen Familien, 40 Haus- und 3 Beisitzer als teilberechtigt anerkannt worden. Da der Streitwald inzwischen als Gemeindewald angesehen und durch Zukauf des 101 Morgen großen Betzels Streitwaldes vergrößert ist, so bekommen jene 40 Teilhaber je 1 Klafter (3 1/3 rm) Brandholz als besonderes Recht alljährlich unentgeltlich. Fällerlohn muß natürlich bezahlt werden.

Welche Namen die ersten 10 Bauernhöfe gehabt haben, wird wohl nicht mehr festzustellen sein. Im Kirchenbuch werden die ersten Hausnamen wie folgt angegeben: Manneshaus und Hobemanneshaus, später Hohmannshaus zum erstenmal 1684. Seilers und Hs. Gge. Spieshaus, später Gontermanns genannt, 1690. Werners, später Weymers 1702. Schmieds 1705, Schwarze und Große 1706. Hr. Wageners Haus später Joachims genannt, Bornmanns, Wetzels und Altehaus 1712, Aufm Platz 1713, Krohhaus später Neuhäusers und Weißkopfs später von 1770 an Seimes genannt 1714. Brückemanns 1715, dasselbe wurde später alte Brücke und von 1777 an Brückeschneiders genannt. Unter der Leye 1712, Linde 1719, Lotzes 1721, Mühle 1723, auf der Leye 1720, Kurts 1725, am Berge später unterm Berge und jetzt Gabels genannt 1726. Zusammen also 23 Häuser. Zweifellos waren aber die erst 1747 und 51 genannten Häuser Betzels (Beitzels) und Beckers auch schon vorhanden, denn der Kirchälteste Val. Pott in Betzels hatte schon 1704 eine Christine Betzel geheiratet und wird auch seit jener Zeit im Hause gelebt haben, wenn er nicht schon seit seiner Geburt 1675 drin war. Ebenso hat der 1751 zu Girkhausen bei seiner daselbst verheirateten Tochter verstorbene 82 Jahre alte Becker Anton Spies schon 1694 eine A. M. Klein aus dem Dachsloch geheiratet, mußte also in Beckers geboren sein. Das Dorf bestand also im Jahre 1726 aus 25 Häusern. Ob auch Haase und Franzosehaus schon vorhanden waren, ist nicht genau zu sagen.

Der 1734 anscheinend von Girkhausen oder Mollseifen nach Wunderthausen gekommene Johs. Haase, hatte eine Tochter des seligen Schmieds Hermann Knoche geheiratet. Ob nun dieser Schmied, der aus Wetzels oder Bornmanns stammte, schon das Haasehaus errichtet hatte, oder ob es erst von Johs. Haase erbaut ist, ist nicht ersichtlich. Doch muß eine Schmiede in der Nähe gestanden haben, denn als 20 Jahre später der seit 8 Jahren im Haus verheiratet gewesene junge Weymer J. Gg. Trapp auszieht, wird er, nachdem er eine zeitlang im alten Brückehaus beigesessen hat, zuerst auf der Schmiede, dann Schmiedeweymer und von 1770 an Brückeweymer genannt.

In Weymershaus kam dann der schon 10 Jahre lang in Wetzels verheiratet gewesene, verwitw. Gabr. Riedesel aus Gontermanns, dessen Nachkommen bis zu der vor einigen Jahren erfolgten Auswanderung nach Amerika im Hause verblieben. Franzosehaus wird zuerst 1780 genannt, doch kann man sicher annehmen, daß es schon 50 Jahre vorher erbaut ist, denn so lange hat der Franzose und seine Nachfolger nicht ohne Haus gelebt. Wenn in verschiedenen anderen Gemeinden, wie Feudingen, Schwarzenau, Girkhausen und Neuastenberg um 1700 – 1720 französische Flüchtlinge sich angesiedelt haben, dann wird diese Zeit auch für den nach Wunderthausen gekommenen Franzosen Jakob Delkurt mit Frau und zwei Söhnen zutreffen. Die erste Kunde treffen wir im Kirchenbuch 1725, da wird Franifius Delkurt, Sohn des hier anwesenden Franzosen, als Taufpate bei Wilh. Riedesel in Gontermanns genannt. Am Ostermontag, den 14.4.1732 wird derselbe mit Katharina Homrighausen aus Diedenshausen kopuliert. 1743 stirbt A. Elis. ***Anna Elisabeth war die 2. Ehefrau von Jacob Delcourt, nicht die Mutter von Francois, Trauung Jac. Delcourt und A. Elisabeth, verwitwete Müsse KB Elsoff*** Jakob Delcurt hinterlassene Witwe 60 Jahre alt. Mons. Francifius Delcurt starb am 14.11.1755 ungefähr 51 Jahre alt, derselbe wird Medicus und Krämer genannt, ebenso sein Sohn und Nachfolger Johs. Doch kann man nicht annehmen, daß er in Frankreich med. Studien gemacht hatte, weil er doch im Alter von 5 – 15 Jahren nach Deutschland gekommen sein muß. Er wird also seine Wissenschaft in Deutschland oder vielleicht von seinem Vater erhalten haben. Ein anderer Sohn war Schuhmacher und heiratete auf die Leye. Das Geschlecht starb in der 4. Generation aus. Der letzte Sproß war der 1819 in Schustershaus geborene und 1888 in Diedenshausen verstorbene Hirte Ludwig Delcurt.
Von den im Jahre 1726 vorhandenen 25 Häusern, kann man wohl Bergmanns, bewohnt von dem seit 1709 mit Bielelse Strackbein verheiratete Johannes Trapp aus Manneshaus und der Platz, bewohnt von dem seit 1711 mit Hr. Wageners Tochter verheiratete Heinrich Betzel aus Diedenshausen, welcher noch 1712 als der junge Mann in Heinrich Wageners Haus genannt wird und 1713 auf dem Platz wohnt als nach 1700 entstanden ansehen. Von den übrigen sind vielleicht Brücke, Neuhäusers und Jochems als nach dem 30jährigen Kriege bis 1700 entstanden u betrachten. Die anderen 20 Häuser können dann als die sogenannten Altbauernhöfe gelten. Von diesen sind offenbar 4, nämlich Mannes, Kurts, Lotzes und Weymers (Werners) nach dem Vornamen der Besitzer und Wetzels, Gontermanns, Beckers und Beitzels nach dem Familiennamen genannt, während die übrigen 12 wohl den Beruf oder sonstige besondere Beinamen nennen. Welche Art nun als die ältere anzusehen ist, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls gehören die Höfe wie Hohmanns, Bornmanns und Linde zu den ältesten Siedlungen.
In der Zeit von 1677 bis 1700 kommen 15 Familiennamen vor und zwar: Knoche in Wetzels oder Bornmanns, Dienst in Linde, Strackbein in Große, Hohmanns und Seilers, Spies in Schmieds, Beckers, Weymers, Gontermanns und Neuhäusers, Homrighausen in Weißkopfs, Trapp in Mannes, Womelsdorf in Kurts, Beitzel (Betzel – Bätzel) auf der Leye, Wetzel in Schwarze, Bosshof im Altehaus und unter der Leye, Vollmer in Brücke, Pott in Betzels, Wagener in Jochems, Hodderich in Lotzes und der Hirte Daniel Eckhard. Von diesen 15 Familiennamen sind heute noch 4, Knoche, Homrighausen, Strackbein und Dienst vorhanden, letzterer war von 1827 – 1877 erloschen und ist von Diedenshausen, wohin er sich verpflanzt hat, neu eingeführt. Strackbein und Homrighausen haben neuen Zugang von Auswärts erhalten, Knoche ist also allein ohne Zugang von Auswärts geblieben, dabei sind von ihm so zahlreiche Glieder nach Amerika ausgewandert, daß die neue Welt heute sicher die 3 – 4 fache Zahl der in der alten Heimat vorhandenen hat. Die übrigen 11 Namen sind erloschen, für 3, Spies, Beitzel und Womelsdorf sind neue Glieder von Diedenshausen und Alertshausen wieder eingezogen.

Überblickt man nun die Entwicklung des Ortes in den letzten 200 Jahren, so ergibt sich folgendes Bild: Ums Jahr 1700 besteht das Dorf aus 23 Häusern und zwar 22 im geschlossenen Ort an der Stelle des heutigen unteren Dorfes. Am Lotzenberg waren noch keine Häuser. Ob die Mühle als 23 Haus schon an ihrer jetzigen Stelle 500 m oberhalb dem Dorfe stand, läßt sich nicht sagen. Die noch heute bestehende Bezeichnung Mühlwiese zeigt wohl, daß die Mühle ursprünglich unter dem Dorfe gestanden hat. Ob dieselbe nun vielleicht während den Unruhen des 30jährigen Krieges mit seinen mehrmaligen Plünderungen des Dorfes untergegangen (Diedenshausen ist bekanntlich ganz abgebrannt) oder ob sie erst später von unterhalb nach oberhalb dem Dorfe verlegt ist, wer kann es sagen. Im Kirchenbuch wird die Mühle zum erstenmale 1723 bei der Taufe von dem Sohn Math. des Müllers Math. Mörchen genannt. Da nun dieser hier zum erstenmale genannte Müller aber schon 4 ältere Kinder hat, die nicht im Taufbuch stehen, auch ist Geburt und Verheiratung des Müllers, der 1768 fast 88 Jahre alt starb, nicht aufgeführt und da der Name Mörchen bis dahin auch nicht als Taufpate zu finden ist, so muß man annehmen, daß dieser Müller von Auswärts zugezogen ist und hat vielleicht die Mühle an ihrer jetzigen Stelle errichtet.

Als Handwerker werden genannt: Der Schmied, der Seiler, der Glaser, der Schuster, der Schneider, der Schäfer, der Hirte, die Gänsehirtin, fremde Personen wurden als Maurer genannt, es scheint also dieses Handwerk noch nicht am Ort einheimisch zu sein, während im Nachbardorf Diedenshausen ein Haus Maurers genannt wird. Im Jahre 1800 sind 39 Häuser vorhanden. Es waren hinzugekommen: Bergmanns 1709 ?, der Platz 1713, Franzose 1725 ?, Haase 1734 ?, Neue Brücke etwa 1735, Huthemanns 1750, Schusters 1755, Brückeweymers 1762, Kellers anfänglich Beisaß auf Wetzelskeller und dann Kellerfranzes genannt 1774, Försters am Lotzenberg 1781, Ludwiges anfänglich Häusches unter der Leye und Jürgehermes auch Hasebergers und Räderhasehaus genannt und Schäfers am Lotzenberg 1782, Häusches 1790 und Försters hinter der Huthe sowie Scheerers, zusammen also in 100 Jahren 16 Häuser. Dem geschlossenen Ort waren von diesen 16 Häusern 11 hinzugefügt außer den 4 am Lotzenberg, waren dieselben zwischen den vorhandenen neu oder aus Nebengebäuden errichtet, sodaß allmählich große Enge entstand.

Aber auch die Mühle brauchte nicht mehr einsam ins Tal hinein zu klappern, sie hatte 4 Nachbarn bekommen, von denen 2 an der Huthe, auch vor der Huthe und hinter der Huthe genannt wurden. Diese Bezeichnung hat sich dann auf den ganzen sich nun entwickelnden oberen Teil des Dorfes ausgedehnt. Als Erwerbsgelegenheit scheint nun die Köhlerei von Einheimischen ergriffen zu sein, die fremden Köhlerburschen, die fast 100 Jahre lang genannt wurden, verschwinden. Auch die Löffelmacherei, angeblich von einem Siegerländer Hirten, nach anderen Angaben von fremden Köhlerburschen eingeführt, ist aufgekommen. Ebenso ist das Maurerhandwerk im Ort vertreten.
An der Empore in der Kirche, die 1773 neu bemalt wurde, befinden sich folgende 33 Namen (die in Klammern gesetzten Hausnamen habe ich beigefügt):

1. Ludwig Homrighausen (Neuhäusers)
2. Johann Herm. Pott (Mannes)
3. Ludwig Frz. Beitzel (Seilers)
4. Gabr. Riedesel sen. (Weymers)
5. Jah. Andr. Beitzel (Unter der Leye)
6. J. Arnd Spies (Am Berge)
7. Johs. Delcourt (Franzose)
8. Phil. Althaus (Haase)
9. Gg. Herm. Wagener (Jochems)
10. J. Gg. Trapp (Brückeweymers)
11. J. Frz. Homrighausen (Brückeschneiders)
12. Ludw. Riedesel (Ludwiges)
13. Math. Homrighausen (Huthemann)
14. J. Jost Trapp (Schusters)
15. J. Reinh. Wetter (Auf dem Platz)
16. J. Frz. Homrighausen jun. (Kellers)
17. Johs. Homrighausen sen. (Neue Brücke, Langes)
18. Gg. Herm. Knebel (Schwarze)
19. Ludw. Wetzel (Auf der Leye)
20. Johs. Womelsdorf (Große)
21. Johs. Dienst (Linde)
22. Gabr. Homrighausen (Hohmanns)
23. Phil. Lauber (Beckers)
24. J. Hr. Knoche (Schmieds)
25. Hans Gg. Strackbein (Kurts)
26. J. Gg. Homrighausen (Beitzels)
27. Gabr. Riedesel (Alte Haus)
28. Gabr. Homrighausen jun. (Wetzels)
29. Johs. Homrighausen jun. (Seimes)
30. J. Jost Mörchen (Müller)
31. Johs. Wagener (Lotzes)
32. J. Gg. Strackbein (Gontermanns)
33. Johs. Knoche (Bormanns)

Ferner sind noch 17 Diedenshäuser Namen vorhanden. Man kann daher annehmen, daß 1773 in Wunderthausen 33, in Diedenshausen 17 Häuser vorhanden waren. Im Jahre 1900 waren 100 und gegenwärtig sind 110 Häuser vorhanden. Es sind also in 100 Jahren 61 Häuser hinzu gekommen, in der ersten Hälfte 32 in der zweiten 29, womit der Zuwachs größer als der bisherige Bestand war. Durch die Enge im Dorf veranlaßt, war 1827 Jochems nach dem Kloster verlegt, Brückeschneiders hinter die Huthe, Franzose war abgebrochen und nach dem Sohl bei Diedenshausen verkauft, aus der Scheune ist das Gefällerhaus errichtet. Der neue Brückemann hatte sein Haus verkauft (Langes) und sich ein neues ins Sohl gebaut. Auf der alten Baustelle von Brückeschneiders, dicht am Bach vor Hohmanns wurde Hüteschäfers errichtet und stand daselbst bis zum Brand von 1893.

Der obere Teil des Dorfes hinter der Huthe umfaßt heute einschließlich der einzelnen Gehöfte im Bubenkirchental 40 Häuser. Auf dem Platz war das 2. Wohnhaus errichtet und in den 40er Jahren vor 1838 xxx xxx Haus an die fürstl. Verwaltung verkauft worden, die ein Forsthaus daraus machte. Vor einigen Jahren ist nun das andere Haus abgebrannt und das Besitztum größtenteils dem Fürst verkauft worden. Damit ist leider eine 200jährige Kulturstätte untergegangen.
Die etwa 2 Ctr. schwere Kirchenglocke mit der Jahreszahl 1502 ist 1815 im Kloster zu Klindfeld bei Medebach mit Fuhrwerk geholt worden. Bis dahin war ein kleines Glöcklein vorhanden, das beim Feuerleuten, es hatte in Kurtshaus gebrannt, gesprungen war. Die neue Glocke hatte mit ihrer reinen, silberhellen Stimme gerade 100 Jahre lang der Gemeinde in Freud und Leid als köstlichster Besitz gedient, da zersprang auch sie eines Tages beim Schulleuten. Verstummt ist seit dem ihr Mund, der so oft die Gemeinde zur Andacht und zum Gottesdienst rief, der ca. 1100 müde Pilger auf ihrem letzten Gang zur ewigen Ruhe mit seinem Gruß begleitete, und nun statt der früheren unvergleichlich innigen Töne, dumpfe Klagelaute von sich gibt. Hoffentlich ersteht sie nun, da der furchtbare Weltkrieg zu Ende ist, der Gemeinde bald in neuer Gestalt wieder. Als die Glocke 1815 nach Wunderthausen gebracht war, soll der damalige Glöckner Johannes Homrighausen in Brückeschneiders, der damals 42 Jahre alt war, sie auf beiden Armen hochgehoben und soviel hin und her bewegt haben, daß sie läutete, was sonst keiner konnte.

Nach der amtlichen Volkszählung betrug die Einwohnerzahl:
1861 = 468, 1871 = 455, 1875 = 505, 1880 = 484, 1885 = 484, 1890 = 506, 1895 = 532, 1900 = 572, 1905 = 567, 1910 = 563, 1919 = 536
Die Anzahl der Geburten ist von 107 im Zeitraum von 1677 bis 1701 auf 481 in 1877 bis 1901 und die Kopulationen von 18 auf 96 gestiegen, sind also 4 ½ bis 5 mal größer geworden. Da nun die Einwohnerzahl im Jahre 1900 572 betrug, so kann man annehmen, daß dieselbe betragen hat:
1677 etwa 135 Personen, in jedem der 22 Häuser etwa 6 – 7 Personen
1700 etwa 145 Personen, in jedem der 23 Häuser etwa 6 – 7 Personen
1750 etwa 225 Personen, in jedem der 30 Häuser etwa 7 – 8 Personen
1800 etwa 350 Personen, in jedem der 39 Häuser etwa 8 – 9 Personen
1850 etwa 450 Personen, in jedem der 70 Häuser etwa 6 – 7 Personen
1900 etwa 572 Personen, in jedem der 100 Häuser etwa 5 – 6 Personen

Auf eine Eheschließung fielen Geburten:
1677 – 1701 = 18 : 107 = 5,94
1702 – 1726 = 24 : 137 = 5,71
1727 – 1751 = 42 : 182 = 4,33
1752 – 1776 = 52 : 231 = 4,44
1777 – 1801 = 60 : 301 = 5,02
1802 – 1826 = 45 : 319 = 7,09
1827 – 1851 = 76 : 468 = 6,15
1852 – 1876 = 99 : 463 = 4,67
1877 – 1901 = 96 : 481 = 5,01
1902 – 1916 = 60 : 288 = 4,80
Durchschnitt: 572 : 2977 = 5,20
Die höchste Geburtszahl von 33 wurde 1893 und die höchste Sterbezahl von je 26 in 1758 mit einer Kinderblatternepedemie und im Hunger und Teurungsjahr 1847 erreicht. An der Ruhr starben 1857 13 und 1873 3 Personen. Von 1740 bis Frühjahr 1879 sind 1160 Personen gestorben und auf dem alten Kirchhof um die Kapelle begraben worden. Da ungefähr für 125 – 150 Gräber Raum vorhanden war, mußte also eine Umgrabung stattfinden:
1740 – 1765 bei 162 Verstorbenen etwa in 23 Jahren
1766 – 1790 bei 188 Verstorbenen etwa in 20 Jahren
1791 – 1815 bei 193 Verstorbenen etwa in 18 Jahren
1816 – 1840 bei 215 Verstorbenen etwa in 16 Jahren
1841 – 1865 bei 249 Verstorbenen etwa in 14 - 15 Jahren
1866 – 1879 bei 153 Verstorbenen
Nun wurde Ende der 60er Jahre der sogenannte kleine Kirchhof hinzu gekauft und 1879 der jetzige Friedhof unter dem Dorfe angelegt. Von den Verstorbenen hatte der am 21.3.1681 geborene und am 23.2.1775 verstorbene Val. Pott in Betzelshaus ein Alter von 93 Jahren 11 Monaten und 2 Tagen erreicht. Es dauerte 137 Jahre bis wieder einer dieses Alter erreichte, es war dies der am 12.8.1912 im Alter von 93 Jahren 8 Monaten und 18 Tagen verstorbene J. Gg. Lauber im Gründchen. Von 1740 bis 1916 sind in Wunderthausen 2637 Personen geboren und 1519 gestorben, was einen Überschuß von 1118 Personen ergibt. Da aber nur 568 Einwohner vorhanden sind, müssen 550 oder jährlich durchschnittlich 3 Personen abgewandert sein.

Neue Namen kamen nach Wunderthausen:
1703 Riedesel von Girkhausen in Gontermannshaus
1712 Weller von Girkhausen in Weymershaus
1723 Ruppert von Breidenbach in Wetzels, Mörchen in die Mühle
1725 Delcurt in Franzosehaus
1727 Knebel aus Berghausen in Schwarze (war schon seit 1711 Schäfer im Dorf)
1729 Kümmel aus dem Siegerland? in das Altehaus
1730 Wetter von Schüllar auf dem Platz
1734 Haase in Haasehaus
1766 Althaus von Girkhausen in Haasehaus
1776 Fuchs von Schüllar in Seimes und Stark in Jochems
1780 Scheerer von Berghausen (hat Scheerershaus gebaut)
1783 Schneider von Hattum bei Hilchenbach ins Altehaus
1791 Kroh von Homrighausen in Lotzes
1796 Müsse in Jochemshaus
1800 Treude in Franzose
1804 Benfer in Försters hinter der Huthe und Bernhard in Schusters
1806 Schmidt und 1810 Frank, 1833 Lache von Battenberg usw.
Als besondere Vorfälle sind noch zu erwähnen:
Am 15.11.1754 starb J. Gg. Johs. Dienst in Linde hinterbliebener blinder Sohn, 26 ½ Jahre alt.
Am 7.2.1755 sind bei ihrer Rückkehr von Hallenberg im tiefen Schnee umgekommen und am 11. miteinander begraben worden:
J. Hr. Chr. Wageners Sohn (Jochems) 40 Jahre 1 Monat 10 Tage alt
Gg. Gabr. Trapp am Berge 18 Jahre 11 Monate alt
J. Gg. Delcurt 14 Jahre 7 Monate 27 Tage alt
Johs. Homrighausen (neuebrücke) 16 Jahre 11 Monate alt
Am 8.8.1771 ist vom Gewitter auf dem Hessen-Darmst. Teretorium erschlagen und am 11 auf hochgräfl. Erlaubnis begraben A. Margr. Riedesel Gontermanns 46-2-22 alt
Am 4.1.1772 ist auf dem Wege von Hallenberg totgefroren und am 7. begraben El. G. des Beis. J. Hr. Konrads Tochter 10-10-20 alt.
Am 27.2.1803 Morgens gegen neun Uhr ertrank im flutenden Bach, welcher durch Wunderthausen fließt, Marie Amalie, des zeitigen Schulmeisters Gabr. Trapp vor der Huthe Tochter und wurde am 3. März beerdigt, 12 Jahre und 22 Tage alt.
Am 16.1.1812 starb im Kriegslazarett zu Stettin Johs. Riedesel aus Weymershaus, grossh. Hess. Musketier, 24 Jahre 6 Monate 22 Tage alt.

Ferner soll noch ein Delcourt aus Franzosehaus ein Opfer des Napoleonschen Winterfeldzuges in Rußland bezw. der Befreiungskriege gewesen sein, während im Nachbardorf Diedenshausen 11 Mann auf der Strecke geblieben sein sollen.

Die Völkerschlacht bei Leipzig sollen drei Gemeindeglieder und zwar Gabr. Wetter auf dem Platz, Gabr. Kroh aus Lotzes und Franz Knoche aus Seilers mitgemacht und heil zurückgekehrt sein. Von diesen ist Gabr. Wetter in den 40er Jahren mit Familie nach Amerika gemacht, Gabr. Kroh starb 1853 in Neuhäusers 60 Jahre alt und Franz Knoche starb 1856 in Fränzches im Alter von 66 Jahren.

Als 4 Kämpfer in den Befreiungskriegen war der auf Hoheleye geborene J. Hr. Lauber in Beitzelshaus schon im Alter von 17 Jahren zum Kriegsdienst auf französischer Seite gezwungen worden und in der Schlacht bei Lützen am Fuß verwundet. Danach mußte er noch seine 3 Jahre in preussischen Diensten ableisten, wobei er aber gleich zum Uffz. gemacht wurde. Er hat mit der Kriegszeit im Ganzen 7 Jahre gedient und starb 1871 im Alter von 76 ½ Jahren.

Im Kriege 1864 und 66 sind keine Verluste oder Verwundungen vorgekommen, so weit mir bekannt, war Gg. Weller Försters, Frz. Bernhard Schneidemühle, L. Riedesel Franzose und Hr. Strackbein, Langes eingezogen.

1870 waren 16 Kriegsteilnehmer in der Gemeinde und zwar: 1. Hr. Benfer Ludwigs, 2. Ludw. Riedesel Kurts, 3. Ludw. Knoche Hasehanjörges, 4. Johs. Strackbein Kellers, 5. Ludw. Riedesel Franzose, 6. Hr. Homrighausen Linde, 7. J. Gg. Riedesel Gartenseimes, 8. Gg. Weller Försters, 9. Hr. Schneider Hanphilipps, 10. J. Gg. Althaus Meyers, 11. Franz Bernhard Schneidemühle, 12. L. Homrighausen Brückeschneiders, 13. Gg. Riedesel Weiße, 14. Johs. Riedesel Kirchenstumph, 15. Hr. und 16. Ludw. Strackbein Langes. Von diesen wurde Nr. 1 auf Vorposten durch Halsschuß getötet, Nr. 2 durch Armschuß und Nr. 3 durch Granatsplitter- Streifschuß an der Schläfe verwundet.

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